2. TRINKEN

Die Feria-Drinks

Bei den Ferias zählen Mojito und Rebujito zu den Selbstverständlichkeiten.

Rebujito heißt übersetzt aus dem Spanischen einfach nur Mischung, Durcheinandergerührtes. Das geht so vonstatten:

Ein größeres Glas füllt man

  • knapp zur Hälfte mit trockenem Sherry
  • gießt dann mit weißer, nicht zu süßer Limonade (Gaseosa) auf,
  • Eiswürfel dazu und einen Zitronenschnitz am Glasrand befestigen.

Dazu passen besonders gut Langusten

(Foto: Gabriele Hefele)

 

Kein Sommer ohne Tinto de verano:

(Im Bild rechts)

  • 1/2 Glas Rotwein
  • 1/2 Glas weiße Limonade, wenn nicht vorhanden, dann kommt dem Sprite am nächsten
  • Eiswürfel nach Belieben
  • 1 Zironenscheibe nach Belieben

Den perfekten Mojito erreicht man in fünf Schritten:

  • eine Limone halbieren,
  • dann jede Hälfte noch einmal in vier Stücke teilen,
  • davon drei ins Glas geben,
  • drei kleine Löffel braunen Zuckers dazu geben,
  • mit den Limonenstücken kräftig vermischen.
  • Neun Blätter frischer Minze von einer Handfläche in die andere klatschen und dann ins Glas geben.
  • Nun ein halbvolles Glas mit zerkleinertem Eis hinzufügen.
  • 1/5 des Eises etwa rechnet man nun für den Rum, den füllt man so ein, dass mandas bisher gefüllte Glas fast im rechten Winkel dazu hält!    
  • Nun 1/4 des vorher verwendeten Eisinhaltes im Messglas mit Soda füllen und vorsichtig mit einem Teelöfel ins Trinkglas füllen, damit es einem nicht ins Gesicht spritzt.
  • Mit demselben Teelöffel nun alle Zutaten im Glas mixen, von unten nach oben - fertig!


Marbella Cocktail-Trends

 

Auf der Tourismusmesse FITUR in Madrid stellte Marbella zwei neue Cocktails vor, basierend auf den Rezepten der Barmänner des Fuerte Hotels.

  • Der Drink "Marbella" behinhaltet  Rum, Karamel-Wodka, Malibu, Kokusnuss, Mango-Saft und Zucker.
  • Nach "San Pedro" benannt ist der Drink mit Wodka, Bananenlikör, blue Caracao und Orangensaft.

Salud - dinero y amor!


Besuch in einer Sherry-Bodega

Fast jeder, der nach Andalusien kommt, hat es auf seinem Urlaubsplan stehen:  Einen Besuch in einer der berühmten Sherry Bodegas von Jerez. Hier der unterhaltsame Bericht der deutschen Flamencotänzerin Sigrid Kröger.

Oben: Berühmte Sherry Firmen und ihre Fässer, links auf eigenem Gelände in Puerto de Santa Maria, rechts die beherrschende Marke auf der Feria de Caballos

 

Wir wählen die deutsche Sherry-Führung um 12.30 Uhr.  Die Führungen sind einmal pro Stunde und kosten 7,50 Euro pro Person. Gleich neben der Kasse hängt ein Werbeplakat, auf dem tanzt eine Flamencotänzerin mit Sherry- Flasche in der Hand. "Je mehr Sherry man trinkt, umso besser der Flamenco",  lautet ein Sprichwort.

Im Kassenbereich kann man schon auf anschaulichen Plakatwänden die wirklich hübsche Sandeman-Werbung aus dem letzten Jahrhundertsehen. Der berühmte Don auf dem Signet auf der Flasche ist in einer Mischung aus dem jerezianischen Hut und dem portugiesischen Umhang gekleidet, weil Sandeman in Portugal und Jerez Weinkellereien hat. Sandeman war der erste, der Sherry exportiert hat. Es gibt tatsächlich noch einen Herrn Sandeman, der hat aber das gesamte Imperium an eine Spirituosenfirma verkauft. Er kommt aber noch ein bis zwei Mal im Jahr vorbei.

Von der Kathedrale und den Toiletten

Sehr sehenswert sind bei Sandeman die Toiletten. Die sind derart sauber, riechen frisch und haben als eine der wenigen Toiletten in Jerez alles was man braucht. Abschließbare Türen, Licht, Toilettenbrillen, Toilettenpapier, Mülleimer, Seife und Trockentücher, fließend Wasser. Ich bin begeistert!

Wir sind die einzigen für die deutsche Führung. Unser Guide, ein ausgebildeter Pilot, erklärt uns das Sherryverfahren. Wir sind schon allein vom Geruch in der „Kathedrale“ benebelt. Kathedrale heißt es deshalb, weil die Produktionsstätten mit hohen Gewölben gebaut sind, damit die Temperatur konstant bei 18 Grad bleibt.

Die Umschütterei und der Reifungsprozess dauern Jahrzehnte. Fino ist der hellste und „dünnste“ Sherry, mit dem wenigsten Alkoholgehalt. „Fino ist wie Affe mit Pistole“ sagt unser Freund Alfonso aus Sevilla immer. Den schüttet man sich rein, ist dicht und merkt es nicht. Dulce ist ein süßer likörartiger Sherry. Der schwerste ist der Oloroso, er ist dunkel und hat eine lange Reifungszeit. 80 Jahre oder länger.

Die Damen lieben´s süß

In der Bodega werden die Fässer gelagert. Das Schnapsstamperl am langen Stöckchen (Foto oben links), den man bei den Sherry-Experten sieht,  werde benötigt, damit bei der Probe des Sherrys durch das Schütten genügend Sauerstoff dazu kommt. Ich war  von dem hübschen Biergarten für Sherry beeindruckt. Überall Blumen, bunte Stühle, ein kühles Eckchen passend für Flamenco und Sherry. Tatsächlich kann man das auch mieten, für Hochzeiten beispielsweise.

Wir kommen zur Sherry-Verköstigung. Es steht für uns eine Schüssel Chips und eine Schale Oliven bereit. Wir stopfen die Chips in uns rein. Der Guide schüttet eine großzügige Portion Fino in unsere Gläser. Danach kommt er mit dem Dulce. Er schenkt das Glas etwas voller, weil er findet, dass Damen diesen süßen Geschmack gerne mögen. Vom Süßen darf´s doch immer etwas mehr sein, finde ich.

Der Guide bringt ein Weinglas, in das er mir den Rest der ganzen Olorosoflasche schüttet.  Ungefähr ein Schoppen. Ich weiß nicht, wie lange ich an diesem Oloroso herumgetrunken habe. Die Guides machen die Lichter hinter der Theke aus und gehen irgendwann. Die Franzosen und die Engländer am Nebentisch sind auch schon weg. Ich höre mein Lachen durch die Kathedrale hallen. Als wir aus der kühlen, schummrigen Bodega rausgehen, prallen mir 38 Grad Hitze schonunglos auf den Kopf. Nur die besoffenen Touristen sind in der Mittagszeit hier unterwegs. Und ich vermute, Siesta gibt es auch, damit man sich den Rausch nach einer Sherry- Probe ausschlafen kann.

Sigrid Kröger

Fotos: Doris von Kornatzki, Antonia Guerra Sotomayor, Reinhard Hefele, Marco Schauz